Soziale Pflichtenhefte

Will man die in den Betrieben vorhandenen Arbeits- und Leistungsbedingungen qualitativ verbessern, braucht es nicht nur Bewertungsmerkmale wie die obenstehenden Kriterien, sondern auch Handlungshilfen für die Personalvertretung und gewerkschaftlichen Vertrauensleute, worauf man bei der Mitwirkung in den einzelnen Themenbereichen schauen soll.

Bei einer Neuanschaffung von Computern beispielsweise ist es selbstverständlich, dass die technischen und die organisatorischen Anforderungen in Form von Pflichtenheften ausgearbeitet werden. Wenn es gut läuft, werden auch die Bedürfnisse der EndbenutzerInnen miteinbezogen.

Doch es ist eine Illusion zu glauben, dass so auch die sozialen und menschlichen Anforderungen automatisch mitberücksichtigt werden. Es braucht eine PV oder Vertrauensleute, die einerseits den Zugang zu arbeitswissenschaftlichen und gewerkschaftlichen Gestaltungs-Anforderungen haben und andererseits auch die Fähigkeit, als Moderatoren das Erfahrungswissen der Arbeitskollegen aufzunehmen und in «Soziale Pflichtenhefte» umzuwandeln.

Ein Beispiel eines «Sozialen Pflichtenhefts» für gut gestaltete Arbeit wäre:

Wenn Arbeit gut gestaltet ist, kann sie die Gesundheit und Leistungsfähigkeit fördern und verbessern. Und dieser Grundsatz gilt für Jung und Alt. Ob eine Arbeit gut gestaltet ist, darüber geben die folgenden Kriterien Aufschluss:

  • Benutzerorientierung: Die Arbeitsaufgabe berücksichtigt die Erfahrung und die Fähigkeiten des-, oder derjenigen, der oder die sie erledigen soll.
  • Vielseitigkeit: Die Arbeitsaufgabe erfordert mehr als nur einen «Handgriff», sie ermöglicht die Entfaltung vieler Fertigkeiten und Fähigkeiten.
  • Ganzheitlichkeit: Die Arbeitsaufgabe setzt sich aus planenden, ausführenden, steuernden und kontrollierenden Elementen zusammen.
  • Bedeutsamkeit: Die Arbeitsaufgabe ist ein wichtiger Beitrag am Ganzen, was für die Beschäftigen auch einsichtig ist.
  • Handlungsspielraum: Die Arbeitsaufgabe schreibt nicht jeden Schritt exakt vor, es gibt angemessene Freiräume hinsichtlich Reihenfolge, Arbeitstempo und Vorgehensweise.
  • Rückmeldung: Die Arbeitsaufgabe findet in einem sozialen Kontext statt, d. h. die Beschäftigten erhalten Rückmeldungen über die Güte ihrer Arbeit von Vorgesetzten und KollegInnen, die sie auch unterstützen.
  • Entwicklungsmöglichkeiten: Die Arbeitsaufgabe stellt Herausforderungen, ohne zu überfordern. Sie bietet Möglichkeiten des Dazulernens, des Erwerbs neuer sowie der Weiterentwicklung vorhandener Kenntnisse.

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